Jahresbericht 2016

Das Herz muss Hände haben. Die Hände ein Herz“ mit dieser tibetischen Weisheit möchte ich Sie alle zu unserer 5. Mitgliederversammlung begrüssen.

 

Und weil ihr, liebe Mitglieder, Sponsoren und Sponsorinnen  ein Herz und Hände habt, können wir bereits auf fünf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Ich danke euch dafür und freue mich den Jahresbericht vom Jahr 2016  aufzeigen zu können.

 

Wie bereits an der letzten Mitgliederversammlung erwähnt war unser Mitglied Viviane Graf im Januar nach Kathmandu und Pokhara gereist um Informationen zum Thema „Frauenförderung in Nepal“, ein Kapitel  ihrer Bachelorarbeit, zu sammeln. Viviane hat für ihre Arbeit eine sehr gute Benotung erhalten und ich möchte ihr dazu ganz herzlich gratulieren. Es würde mich auch sehr freuen, wenn wir einen Teil ihrer Erfahrungen in unsere Kindergartenstruktur einbringen könnten.

 

Sabrina Beney war auch anfangs Jahr für drei Monate als Volontärin an unserem Kindergarten. Sie hat dort viele Anregungen eingebracht. Die Spielgeräte im Garten wurden bunt angemalt, sie hat mit unserer Hausmutter gekocht und die Kinder mit Schoggibananen und Oreo Crepes beglückt. Und sie hat viel gebastelt, Songs einstudiert und war für das Lehrerteam eine liebe und verständnisvolle Ansprechpartnerin. Vielen Dank Dir liebe Sabrina!

 

Unsere Mitgliederversammlung im März war gut besucht und ich glaube auch, unser Nepali Znacht hat allen gut geschmeckt.  Vielen Dank auch für die dafür eingegangenen Spenden.

 

Mylène war auch im 2016 sehr aktiv und hat verschiedene Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Der Sponsorenlauf in Embrach/ZH war ein Gemeinschafts-Event mit Daniela Blaser vom Verein Takimuno. Je eine Hälfte der Einnahmen gingen an Takimundo  und HOPE. Vielen Dank Dir liebe Mylène und auch Daniela. ist so toll zu sehen wie Mylène jedes Jahr auch immer wieder ihrer Schüler und Schülerinnen am Weihnachtsmarkt in Embrach für  diese gute Sache motivieren kann.

 

Zwei Geburtstagskinder, die eine runde Zahl feierten, verzichteten auf Geschenke und stellten dafür ein Kässeli auf. Die Erträge gingen an unseren Verein. Vielen Dank Tom und Marina.

 

Im Mai begleitete mich meine Freundin und Sponsorin Susanne Nordmeyer nach Nepal. Wir hatten eine gute und intensive Zeit zusammen. Der Schulleiter unserer Partnerschule Mount View School organisierte ein Lehrertreffen wo Susanne als versierte Lehrerin mit dem ganzen Lehrerteam über die Schulsysteme in Nepal, Deutschland und Schweiz diskutierte. Ein gelungener Austausch.

 

Vom Vorstand waren im 2016 auch noch Carina und Mylène in Kathmandu. Mylène kam von einer Extrem Biketour zum Mount Everest in Tibet zusammen mit ihrer Bikergruppe nach Kathmandu. Und das an ihrem Geburtstag, den wir dann zusammen mit den Aasha Kindern feierten.

 

Marina, meine Tochter ist zusammen mit ihrem Freund nach Nepal gereist und hat ein paar Tage im Kindergarten verbracht. Auch haben sie unsere Berufsschule in Pokhara besucht. Sie sind begeistert zurückgekehrt.

Im Kindergarten haben sie auch unsere Volontärin Emily Vollmer angetroffen. Emily war drei Wochen dort und hat unter anderem auch unserer Didi beim Zubereiten der Mahlzeiten geholfen.

 

Es freut mich, dass unsere Projekte immer wieder besucht werden und ich bin über jedes Feedback dankbar.

 

Wir hatten aber auch Besuch aus Nepal. Das Schulleiter-Ehepaar Rajkumar und Meena Maharjan unserer Partnerschule in Kathmandu hat uns besucht und Einblicke in das hiesige Schulsystem erhalten. Sie wurden an der Primar- und Sekundarschule in Embrach und am Freien Gymnasium in Basel empfangen. Leider waren in unserer Region gerade Herbstferien aber in Embrach konnten sie Schulstunden beiwohnen und sind nach zwei Wochen mit vielen neuen Ideen und Eindrücken wieder nach Hause gereist. Damit sie die 60 Kg genehmigtes Gewicht auch voll ausnützen konnten, überreichte ihnen Julien Trainingstrikots gesponsert vom Unihockey-Club Fricktal. Wir erhielten ein Foto der glücklichen Mannschaft. Vielen Dank Dir Julien und dem Vorstand für dieses Geschenk.

 

Ende Oktober hat Sara Pautz, Yogalehrerin in Möhlin zwei Benefiz-Yogalektionen angeboten. Diese wurden von 14 begeisterten Teilnehmern besucht. Danke Dir liebe Sara für dieses Angebot.

 

Schon bald war auch ich wieder in Nepal, diesmal in Begleitung von Marianne Schenk, Mitglied der Stiftung Basaid und, bereits zum zweiten Mal begleitete mich Gaby Bos. Mit im Gepäck hatten wir auch vier neu aufgesetzte laptops, die  von Jérome Scheidegger von der Fa. Koch und Partner in Zürich als Grundstock für unsere Berufsschule gespendet wurden.

Marianne und Gaby sind mir mit Rat und Tat beigestanden und wir hatten eine super Zeit zusammen. Wir haben zusammen auch einen Ausflug nach Lumbini, in den Süden Nepals, nicht weit von der indischen Grenze entfernt, gemacht. Lumbini ist Buddha’s Geburtsort, ein Ort der Kraft und Inspiration. Unsere Freunde Rajkumar und Meena Maharjan haben uns zu diesem Ausflug eingeladen und sie haben uns intensiv in die Geschichte von Siddharta eintauchen lassen. So sind wir nach zwei Tagen und einer happigen 13 Stunden Busfahrt mit neuer Energie wieder nach Kathmandu zurückgekehrt.

 

Meine Zeit in Nepal ist immer intensiv und mit viel Arbeit verbunden. Doch es lohnt sich und ich möchte euch von unserem Wirken vor Ort berichten.

 

Vor bereits vier Jahren konnten wir den

 

Kindergarten Aasha Preparatory School  (Aasha heisst Hoffnung auf Nepali) eröffnen und 34 Kinder dürfen mit etwas mehr Hoffnung ihre Kindheit und schulische Erziehung geniessen. Im Moment besuchen 21 Kinder den Kindergarten, 13 sind bereits in der Primarschule der Mount View Boarding School.

Jedes Mal wenn ich den Ort besuche, kann ich mit Freude feststellen wie glücklich alle sind, strahlende Kinderaugen, motivierte liebe Lehrerinnen und Lehrer und eine besorgte fürsorgliche Hausmutter. Das Haus präsentiert sich farbig und kindergerecht. Der Garten wird liebevoll von den Müttern und dem Lehrerteam gepflegt. Ja, eine Oase des Glücks und der Hoffnung.

 

Trotzdem gibt es manchmal Entscheidungen zu treffen. Bei meinen ersten Besuch im Mai musste ich aber etwas Druck auf unser Lehrerteam ausüben. Unser Kindergarten soll nicht nur eine Institution zum Zeitvertreib von Kindern und Lehrern sein. Nein wir wollen das bestmögliche herausholen und bei Schulübertritt in die Primarschule von den dortigen Lehrern und Schulleitung gelobt werden für die gute Vorbereitung. Das bedingt aber dass die Lehrer qualifiziert arbeiten. Ich habe unsere Schulleiterin in einen einwöchigen Kurs mit Montessori-Methodik geschickt. Sie hat während dieser Woche wirklich sehr profitiert und die Umsetzung im Kindergarten war auf allen Stufen sichtbar. Auch musste ich einen Personalwechsel vornehmen, und mit der tollen Hilfe von Meena Maharjan konnten wir eine qualifizierte Montessori ausgebildete Lehrkraft anstellen. Leider hat uns diese nach 2 Monaten wieder verlassen, den Grund habe ich nie herausgefunden, aber gottseidank durften wir bald eine neue, tolle Lehrerin einstellen. Im November hatte ich den Eindruck, dass das Lehrerteam nun wirklich ein Team ist, die Lektionen sind besser aufgebaut und die kleineren Kindern nicht nur theoretisches Wissen aufgebrummt bekommen, sondern es wird viel zusammen gespielt, gesungen, Geschichten werden erzählt und vieles mehr. Dank unserer Finanzlage konnten wir auch Uniformen für die Kinder schneidern lassen. So sehen sie nun als Einheit aus, was vor allem bei Exkursionen ein Pluspunkt ist. Aber so sind sie auch angehalten mit sauberen Kleidern in die Schule zu erscheinen. Jedes Kind hat zwei paar Uniformen erhalten. Ich war dabei als diese ausgeteilt wurden, selbst bei den Kleinsten konnte man den Stolz in ihren Augen erkennen. Immer wenn ich in Kathmandu bin, machen wir einen Ausflug. Im Mai waren wir im Zolli und im November in einem botanischen Garten. Das Picknick mit momos und Kuchen oder Guetzli ist dabei immer ein Highlight. Den Bus für unsere Fahrten bekommen wir gratis gestellt von der Mount View School. Auch das ist eine Erlebnis für die Kinder doch leider vertragen nicht alle Kids das Autofahren und es kommt manchmal zu ungewollten Szenen.

Während meines Aufenthalts habe ich auch eine Arztvisite veranlasst. Der Kinderarzt ist zu uns gekommen und hat die regulären Checks durchgeführt. Es sind alle gesund, zwei etwas untergewichtig, und zwei mussten sich wegen Verdacht auf Würmer und eines wegen Gelbsucht zu einer weiteren Untersuchung in die Klinik begeben. Aber auch das konnte danach behoben werden.

Ja, Gelbsucht, Würmer und Läuse sind halt Alltag in einem Land wie Nepal!

 

Jedes Mal wenn ich in Kathmandu bin, findet ein Elterntreffen statt. Sei es im Kindergarten oder in der Primarschule. Ich danke den Müttern für ihre Hilfe bei der Gartenarbeit und motiviere sie, engagiert zu bleiben und auf Sauberkeit ihrer Kinder zu achten. Ich muss sie aber auch darauf hinweisen, dass sie die Verantwortung ihrer Kinder haben. Wir, mittels Patenschaften, die Verantwortung für die schulische Entwicklung haben, aber für alltägliches muss die Mutter oder Familie aufkommen. So müssen sie auch besorgt sein, ihren Kindern ein Mittagessen mit in die Schule zu geben.

 

Auch Sitzungen und Austausch mit unseren Nepali NGO Mitgliedern werden jedes Mal durchgeführt.

 

Ich habe auch unsere Kinder in der Mount View School besucht. Unsere Verantwortung geht auch dort weiter. Und ich bin sehr begeistert und dankbar, dass wir diese Schule ausgewählt haben. Unsere Kinder machen sehr gut mit, mir wurde sogar von den Lehrern gesagt, dass sie hard workers seien. Das habe ich schon mehrmals beobachten können, je ärmer das familiäre Umfeld ist, desto härter arbeiten die Kinder. Diese Kinder wollen etwas erreichen, sie wollen die Chance, wenn am Anfang auch unbewusst nutzen. Ich glaube das macht unsere Arbeit auch so befriedigend und es lohnt sich für diese Kinder da zu sein.

 

Nebst den Gesprächen mit den Lehrern, durfte ich auch an einem Elterntag teilnehmen. Unsere Kinder haben zusammen mit ihren Lehrerinnen ein wunderschönes Musikstück aufgeführt das mich zu Tränen gerührt hat. Der Höhepunkt war dann als ich eingeladen wurde auf die Bühne zu treten. Ich wurde geehrt und ausgezeichnet für unsere Arbeit. Ich durfte diese Auszeichnung in Empfang nehmen, doch eigentlich möchte ich sie euch allen widmen: meinem Team im Vorstand und Ihnen liebe Paten und Patinnen und Sponsoren. Denn ohne Euch alle, wäre all dies gar nicht möglich. Als Danke hielt ich eine Rede, gespickt mit einigen Nepali-Sätzen.

 

Damit aber unsere Arbeit auch in Zukunft finanziell abgesichert ist, suchen wir für unsere Kleinsten immer noch Paten.

 

In Pokhara entsteht die Asha Vocational School. Im Januar 2015 erfolgte der Spatenstich. Endlich, und dank unseren vielen Supportern, die an die Notwendigkeit einer solchen Institution glauben.

Wöchentlich erreichten mich Bilder von der Arbeit. Man bedenke, dass alles von Menschenhand, von Frauen und jungen Männern, gemacht wird. Das erste Gebäude war ziemlich rasch erstellt und bereits im Mai während meines Aufenthalts konnte ich das Haus in seiner Pracht sehen. Die Farben haben wir, dh. die Koordinatoren zusammen mit mir vor Ort bestimmt. Grün ist die Farbe der Hoffnung, denn auch diese Schule trägt den Namen Asha/Hoffnung,

Leider wurde der zweite Bau von den starken und langandauernden Monsunregen immer wieder unterbrochen und so richtig starten konnte man erst wieder im November während der Trockenperiode. Die Bauphase hält immer noch an, aber bis Ende April sollte alles beendet sein.

 

Schon im August konnten im ersten neuerstellten Gebäude der erste Kurs mit Schreinerlehrlingen gestartet werden. Und zwar mit einem Projekt unter der Leitung von Helpnepal.ch.

Im Januar konnte ich erste Gespräche mit Mona Kohler Präsidentin von Helpnepal Schweiz führen. Wir hatten uns im November 2015 in Kathmandu kennengelernt und sie fand unser Projekt Berufsschule so interessant, dass wir uns auf eine Zusammenarbeit in Sachen „Kornmühle“ geeinigt  haben. In Deutschland produzierte sogenannte „Billy Mill“ werden nach Pokhara gebracht um dort die Holzverschalung anzufertigen. Dies als Teil des Schreinerkurses an unserer Schule. Der erste Kurs fand unter Anleitung von Ingrid Rasmussen statt, eine Schweizer Volontärin. Wir, d.h. Helpnepal und Hope4children möchten diese elektrisch betriebenen Mühlen einerseits vermarkten und andererseits ärmlichen Gemeinden zur Verfügung stellen. Hierfür arbeiten wir eng mit unseren Koordinatoren Kul Gautam und Narayan Baral zusammen. Bei diesem Projekt werden wir von Helpnepal finanziell unterstützt.

 

Im Moment stehen wir hier an der Evaluation, ob unser Vorhaben eine Zukunft hat. Es werden bereits ähnliche Produkte aus China im Land angeboten, unsere wären sicher qualitativ besser aber auch teurer, ob da eine Abnahme besteht, das prüfen jetzt unsere Koordinatoren.

 

Während meines Besuches mit Marianne und Gaby haben wir einen zweitägigen Backkurs veranstaltet. Dieser wurde ein voller Erfolg und unsere Teilnehmer konnten unter unserer Aufsicht, Schoggikuchen, Zitronencake, Muffins, Apfelwähe und eine Gemüsewähe backen. Vor dem Backen mussten wir ihnen aber auch einige hygienische Massnahmen erklären, wie das Reinigen der Geräte und Tische nach Gebrauch. Dieser Backkurs forderte auch uns, denn während des Mixens war plötzlich der Strom weg, Wasser zum Abwaschen mussten wir im Kanister kaufen, der Ofen war ein Gasofen, alles Dinge auf die wir hier einfach nicht achten müssen und uns das Leben, das Kochen so erleichtern.

 

Ansonsten geht der Bau langsam dem Ende entgegen. Bald kann offiziell mit dem Unterricht gestartet werden. Die Baukosten sind im genehmigten Rahmen geblieben und die Zusammenarbeit HOPE-Asha Education Foundation war und ist super. Die Prüfung der getätigten Arbeiten im November sowie die Buchführung haben sich als sehr transparent gezeigt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen werden im üblichen Rahmen entlohnt und ich konnte nur zufriedene Gesichter auf der Baustelle sehen. Unser Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wir werden von den Studenten ein Schulgeld verlangen, wir werden drei Gruppen von Studenten aufbauen: Vollzahlende, Teilsubventionierte und voll subventionierte. Wobei die Examensgebühr von allen bezahlt werden muss. Wir möchten engagierte und motivierte Studenten ausbilden, es soll kein Zeitvertreib sein und wir möchten am Schluss gute Abschlussresultate sehen.

 

Ich freue mich schon jetzt auf die Eröffnungsfeier und den Besuch der ersten Kurse.

 

Ich durfte Euch unsere zwei grossen Projekte aufzeigen. Den tibetischen Kindergarten im tibetischen Flüchtlingsdorf Hemja unterstützen wir im kleinen Rahmen. Wir sorgen dass die Kinder eine tägliche Milchportion bekommen, wir spenden Spielsachen oder Schulmaterial oder wir helfen bei Renovationsarbeiten finanziell aus. Auch dieser Ort ist eine Oase des Glücks und der Hoffnung und ich bin immer wieder sehr gerne dort. Auch die Kinder freuen sich, wenn die Schoggi Tante wieder auftaucht!

 

Zum Schluss möchte ich noch allen danken:

 

Danke, dass ihr heute Abend hier seid

Danke für den finanziellen Support

Danke dem ganzen Vorstand für eure Hilfe und Beistand

Danke den beiden Revisoren für die Prüfung unserer Jahresrechnung

Danke meiner tibetischen Freundin Sonam für die Zubereitung der momos

 

Danke, dass wir alle zusammen in Nepal etwas Hoffnung, Wärme und

Bildung geben können.

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